Jan Appel - ein deutscher Rätekommunist im
niederländischen Exil und Widerstand 1926-1948

Hubert van den Berg  -  2001

 

Dieser Beitrag(1) erzählt in erster Linie eine anekdotenreiche Geschichte, die den Ausgangspunkt eines spannenden Abenteuerromans bilden könnte. Teilweise weist diese Geschichte durchaus Verwandtschaft mit dem auf, was hier in anderen Beiträgen thematisiert wird, zugleich ist es eine eher untypische Geschichte, die vielleicht gerade deswegen interessant ist, weil sie bestimmte Konzeptionen von Exil und Widerstand in Frage stellt. Das gilt insbesondere für den Begriff Exil, den man in der hier zur Debatte stehenden Epoche in der Regel für den Exodus von deutschen Intellektuellen und Linken ab 1933 verwendet. Das Exil des Protagonisten meiner Erzählung, des Werftarbeiters Jan Appel (1890-1985), beginnt hingegen wesentlich früher, nämlich 1926.

Doch die Geschichte, die ich hier nachzeichnen möchte, fängt noch früher an, bereits im April 1920. In diesem Monat übernahmen der Schiffbauer Jan Appel und der Schriftsteller Franz Jung die Aufgabe, als Delegierte der gerade gegründeten Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands (KAPD) nach Moskau zu fahren, um dort den kommunistischen Führern von SowjetRußland über die KAPD, ihre Gründung und Grundsätze zu berichten. Zum einen sollte das Parteiprogramm der aus einer Sezession der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) entstandenen KAPD erläutert werden, das man stichwortartig und verkürzt als rätekommunistisch, antiautoritär und spontaneistisch bezeichnen könnte (2). Zum anderen war das weiterreichende Ziel der Delegierten, neben der KPD ebenfalls für die KAPD die Mitgliedschaft in der dritten Internationale, der Komintern, zu erwerben. Das Problem bestand jedoch darin., daß eine Reise über Land unmöglich schien, weil in Rußland noch der Bürgerkrieg tobte und eine »weiße« Blockade das Sowjetterritorium von der Außenwelt absperrte. Man entschied sich, quasi durch eine Hintertür in Rußland einzuschlüpfen - über Murmansk. Als blinde Passagiere wurden die Delegierten von eingeweihten Matrosen, darunter Hermann Knüfken, dem man später bei der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) wiederbegegnet (3), auf dem Fischdampfer Senator Schröder untergebracht. Willy Klahre, ein Funktionär der KAPD, »der von der Fahrt wußte«, hätte beinahe die ganze Aktion gefährdet. Er »hatte sich einen kleinen Rausch angetrunken, eine geladene Pistole und Munition eingesteckt und kam an Bord. Er erklärte, er fahre mit. Keine zehn Pferde hätten ihn ohne Aufmerksamkeit wieder an Land gebracht. Kurz entschlossen brachte ich ihn in den Netzraum unter der Back und verstaute ihn da. Zur Vorsicht verschloß ich den Netzraum mit einem großen Vorhängeschloß.« (4) Ursprünglich sollte die Senator Schröder von Cuxhaven aus ins Weiße Meer zum Fischfang fahren, also mehr oder weniger vor die Küste von Murmansk. Im Weißen Meer wollte man dann den Kapitän dazu zwingen, einen kurzen Abstecher nach Murmansk zu machen, um Appel, Jung und Klahre von Bord zu lassen. Der Kapitän änderte jedoch in letzter Minute seinen Kurs, entschied sich, nicht zum Weißen Meer, sondern nach Island zu fahren, so daß die eingeweihten Matrosen und die beiden Delegierten unmittelbar, nachdem das Schiff Cuxhaven verlassen hatte, den Kapitän mit der Waffe in der Hand absetzten und einsperrten, damit das Weiße Meer direkt angesteuert werden und die KAPD-Delegation planmäßig Rußland erreichen konnte. Nachdem das Schiff in Murmansk eintraf, wurde die Reise über Land nach Moskau fortgesetzt, wo die Delegierten Lenin, Nikolai Bucharin, Karl Radek und Grigori Sinowjew trafen, die allerdings nicht auf die Bitte der KAPD eingingen, auch Mitglied der Kommunistischen Internationale werden zu dürfen. (5) Allerdings wurden Jung, möglicherweise auch Appel und Klahre, die russische Staatsbürgerschaft verliehen. (6) Appel und Klahre wurden beide anschließend, getarnt in einem Kriegsgefangenentransport, nach Deutschland wieder eingeschleust.

Man kann sich lebhaft vorstellen, daß die Meuterei auf der Senator Schröder und der Schiffsraub, die ja nach heutigen Maßstäben wohl mit Geiselnahme und Flugzeugentführung zu vergleichen wären, in Deutschland und nicht nur dort für größeres Aufsehen sorgten.(7) Nach den beiden KAPDDelegierten und den beteiligten Matrosen wurde dann auch aktiv gefahndet. Im September 1920 wurde Jung in Hamburg verhaftet, ebenso Knüfken. Norwegen lieferte einen weiteren Matrosen aus. Appel blieb jedoch flüchtig.

Hier ereignete sich zunächst ein kleines Zwischenspiel. Franz Jung (8) wurde im Februar 1921 nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 30 000 Mark in Erwartung seines Prozesses vorübergehend freigelassen. Er tauchte jedoch nicht direkt unter, sondern beteiligte sich als Mitglied der bewaffneten Kampforganisation der KAPD am Mitteldeutschen Aufstand und wollte sich, nachdem dieser Aufstand mißlang und er davon ausgehen mußte, daß seine Teilnahme an diesem Aufstand der Weimarer Justiz nicht unbekannt geblieben war, ins Ausland absetzen. Obwohl die KAPD nicht als Mitgliedspartei der Komintern akzeptiert worden war, fand sich das westeuropäische Sekretariat der Komintern dennoch bereit, ihm bei der Flucht zu helfen, die ihn über Holland nach England führen sollte. Schon Mitte Mai 1921 nahm ihn allerdings die niederländische Militär- und Grenzpolizei zur Überprüfung seiner Personalien vor der Haustür der bekannten und daher rund um die Uhr observierten Kommunistin Henriette Roland Holst (9) vorübergehend fest. Als sich dabei herausstellte, daß er der gesuchte Jung war, wurde er in Erwartung seiner Auslieferung in das Gefängnis von Breda eingesperrt. Die Auslieferung an Deutschland erfolgte freilich nicht. Im Auslieferungsverfahren entschied nämlich das Gericht, Meuterei und Schiffsraub als politisch motivierte Verbrechen anzusehen, so daß der Prozeß, der dem russischen Staatsangehörigen Jung in Deutschland bevorstand, wohl auch politischer Natur sein würde. Im niederländischen Justizministerium - so geht aus amtlichen Schreiben hervor - wurde zwar überlegt, Jung trotzdem auszuliefern, weil - so argumentierte man - der Schiffsraub eigentlich eine kriminelle, asoziale Tat und keine politische Aktion sei. Um außerdem die Beziehungen mit Deutschland nicht zu trüben, wurde eine Revision des Verfahrens vorgeschlagen. Jung konnte jedoch dadurch gerettet werden, daß der als »Kommunistenfresser« berüchtigte Justizminister Theodorus Heemskerk nicht auf seine Ferien verzichten wollte. Die parlamentarische Saison war vorbei, er wollte verreisen, und für ihn - so geht aus einem Randvermerk hervor - war damit die Sache erledigt.(10)  Im August 1921 durfte Jung - es dauerte eine Weile, bevor sich ein Kapitän schließlich dazu bereit fand, den gefährlichen Schiffsräuber mitzunehmen - mit einem russischen Paß in die Sowjetunion fahren (11), wo er bis November 1923 blieb, um dann wiederum illegal und unter falschem Namen nach Deutschland zurückzukehren. Das in Deutschland anhängige Verfahren wurde schließlich 1928 eingestellt. (12)

Genau im November 1923, als Jung nach Deutschland zurückkehrte, wurde ein gewisser Jan Arndt nach einem Raubüberfall im Ruhrgebiet von der französischen Militärverwaltung festgenommen und in Düsseldorf eingesperrt. Es war ein Raubüberfall, der im Kontext des Ruhrkampfes zu sehen ist. Dabei handelte es sich nicht so sehr um eine unmittelbar politische Aktion, sondern - es herrschte eine akute Nahrungsmittelknappheit - vielmehr um einen Versuch, sich Geld und Lebensmittel zu beschaffen. Als sich herausstellte, daß dieser Jan Arndt eigentlich der dringend gesuchte Jan Appel (13) war, verlegte man ihn nach Hamburg, wo er seine Strafe für den Schiffsraub absitzen mußte - zwei Jahre und einen Monat.

Weihnachten 1925 wurde Appel aus der Haft entlassen. Die Situation draußen war für ihn außerordentlich ungünstig. Als sehr profilierter militanter Linkskommunist bekam er in seinem alten Beruf als Werftarbeiter keine Arbeit mehr. Daneben lief er Gefahr, von der rechtsextremen Feme aufs Korn genommen zu werden. Ferner attackierte ihn heftig die KPD-Presse als kommunistischer Abweichler. Hier gilt zu bedenken, daß der Konflikt KPD-KAPD insgesamt nicht zimperlich ausgetragen wurde. So wurde z.B. von KAPDMitgliedern zur Gründung einer eigenen KAPD-Presse eine enorme Ladung Papier bei der KPD-Zeitung »Rote Fahne« expropriiert. Auch der organisatorische Rahmen, aus dem Appel stammte, das Spektrum der KAPD und der verwandten unionistischen Gewerkschaft Allgemeine Arbeiter-Union Deutschlands (AAUD) unterlag einem Erosionsprozeß. Wie bei der anarcho-syndikalistische Gewerkschaft FAUD und anderen linksradikalen Organisationen, die nach dem Kriegsende bis etwa 1921 großen Zulauf erhielten, gingen die Mitgliederzahlen, nachdem die sozialpolitische Lage sich in der Weimarer Republik stabilisiert hatte, rasant zurück: Von über 60 000 Mitgliedern im Jahre 1921 waren der KAPD und AAUD nur noch wenige Tausende geblieben. Daneben hatte sich etwas vollzogen, was von Hans Manfred Bock treffend als »Prozeß der organisatorischen Zellteilung« bezeichnet worden ist.(14) Sowohl KAPD als auch AAUD waren hoffnungslos zerstritten, wobei - soviel ist hier wichtig - Appel letzten Endes mehr oder weniger alleine dastand, weil er und seine engsten politischen Freunden auseindergedriftet waren und mittlerweile zu unterschiedlichen, verfeindeten Fraktionen zählten. Die für Appel existentiell bedrohliche Situation verschärfte sich mithin noch durch den fehlenden politischen Rückhalt.

Appel sah den einzigen Ausweg aus dieser prekären Lage in der Emigration. Sein Exil - so ist festzuhalten - war also teils wirtschaftlich, teils politisch bedingt, wobei auf politischer Ebene nicht nur eine (prä-)faschistische FemeJustiz, sondern zugleich eine Eskalation von Auseinandersetzungen in der kommunistischen Bewegung eine Rolle spielten. Mitte 1926 verließ Appel Deutschland und ging nach Holland, nach Zaandam, einer linksradikalen, kommunistischen Hochburg, etwa zehn Kilometer nördlich von Amsterdam gelegen. 

Die Niederlande eigneten sich nicht nur wegen der relativen Nähe zu Deutschland, sondern auch wegen der dort existierenden rätekommunistischen Kreise, die von Anfang an sehr enge Beziehungen zum KAPD-Spektrum unterhielten. So gab es eine Kommunistische Arbeiderspartij van Nederland (KAPN), deren Name eine auffällige Ähnlichkeit mit der deutschen Schwester- oder vielleicht besser Mutterpartei aufwies, wobei die niederländische Partei sich zur Angleichung des Namens sogar entgegen den Regeln der niederländischen Rechtschreibung als »kommunistisch« statt »communistisch« bezeichnete. Die KAPN war eine kleine Partei, jedoch mit prominenten Mitgliedern, darunter Herman Gorter und Anton Pannekoek. Beide waren in Deutschland als Rätekommunisten auch nicht gänzlich unbekannt, in den Niederlanden galten sie nicht primär als solche - Gorter vor allem war neben Henriette Roland Holst einer der wichtigsten niederländischen Symbolisten und Pannekoek als hervorragender niederländischer Astronom bekannt.

Auch die KAPN spaltete sich nach deutschem Muster im Zuge der rätekommunistischen Zellteilung. Neben der KAPN, die von Gorter weitergeführt wurde, entstand eine rätekommunistische Landelijke Arbeidersoppositie (LAO)(15), zu deren bekanntesten Mitgliedern zweifelsohne Marinus van der Lubbe zählte.(16) Daneben bildete sich 1926 um Henk Canne Meijer, einen Zaandamer Schullehrer, und Jan Appel die Groep Internationale Communisten (GIC).(17) Die GIC figurierte in erster Linie als ein Diskussionszusammenhang von Studiengruppen in mehreren niederländischen Städten, ihr Schwerpunkt lag jedoch in der Amsterdamer Region. Ziel der GIC war nicht so sehr Parteibildung oder organisatorische Tätigkeit, sondern das Bemühen, »Erkenntnisse weiterzutragen«, wie es Canne Meijer umschrieb, um so insbesondere »die Grundprinzipien des Klassenkampfes und seiner Bedingungen in den breiten Massen zu verankern«. (18) Dieser Ansatz hing mit der Auffassung zusammen, daß - wie es das ehemalige Mitglied Cajo Brendel später formulierte - die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein könne und es dazu keiner Vorhut, auch keiner propagandistischen, sondern vielmehr einer neuen Arbeiterbewegung bedürfe, die als Bewegung der Arbeiter jede herkömmliche politische Hülle und traditionelle Form der Avantgardebildung abstreifen solle.(19) Obwohl die Mitglieder der GIC sicherlich heftig gegen diese Qualifizierung protestieren würden, könnte man sie - salopp - als Anarchisten im kommunistischen Gewand bezeichnen, zumindest was ihre Einstellung zu Partei- und Hierarchiebildung anlangte. Dabei war ihre politische Passivität sozusagen Programm, man wollte nur Think Tank sein. Grundsätzlich wurde die Einmischung, jedenfalls als GIC, in die politische Praxis abgelehnt. Ein anderer Linkskommunist, Henk Sneevliet, Führer der Revolutionair-Socialistischen Partij (RSP), einer von ihrer politischen Stellung her mit der spanischen POUM vergleichbaren und in den dreißiger Jahren wohl wichtigsten, kurzfristig sogar im Parlament vertretenen linkskommunistischen Gruppierung, umschrieb die GIC daher spöttisch als »Klosterbrüder des Marxismus«.(20) Man war vielleicht Klosterbruder - das hieß allerdings nicht, daß man die Geschichte bloß ihren Lauf nehmen ließ und schweigend zusah. Wie die GIC selbst angab, erhoffte man sich »in der Entwicklung des Selbstbewußtseins der Arbeiter den wesentlichen Fortschritt der Arbeiterbewegung« (21), und in diesem Sinne agierte man außerordentlich aktiv auf der publizistischer Ebene, versuchte durch Schulung, Bildung, insbesondere sonntägliche Diskussionen in Studiengruppen, und durch Zeitschriften, wie die Persdienst Internationale Communisten und Proletenstemmen, und eine Vielzahl von Flugblättern und Broschüren zu tagespolitischen wie rein theoretischen Fragen dieses Selbstbewußtsein zu fördern. Schwerpunkte der GIC waren dabei eine gesalzene Kritik der »Führerpolitik der parlamentaristischen Parteien und Gewerkschaften«(22), der niederländischen sozialdemokratischen Gewerkschaftsbürokratie und des sowjetischen Staatssozialismus und der Versuch, der Leserschaft Instrumente zu vermitteln, um selbst diese Kritik weiterentwickeln zu können.

Daneben konzipierte man Zukunftsentwürfe, ging der Frage nach, wie - nach Marx -»die Association der freien und gleichen Produzenten« (23) gestaltet und vor allem auch nach einer Revolution gesichert werden konnte, damit sich bei der nächsten Revolution eine stalinistische Entartung vermeiden ließe, so wie sie in Rußland immer mehr sichtbar wurde. Wichtigster Zukunftsentwurf, quasi das Neue Testament der Klosterbrüder, war ein Buch namens Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung, das von Appel bereits in großen Zügen 1923-1925 in Hamburg im Gefängnis geschrieben worden war und von Canne Meijer nach Diskussionen in der GIC überarbeitet wurde, 1930 auf Deutsch, 1935 auf Niederländisch erschien.(24)

Wirkungsfeld und Resonanzboden der GIC war überwiegend die Anhängerschaft anderer linker Gruppierungen. In den Niederlanden zählten darunter die Moskau-orientierte Communistische Partij Holland (CPH), Sneevliets RSP sowie auch anarchistische Kreise um Bart de Ligt, der Berichte aus dem Pressedienst der GIC in seine Zeitschrift übernahm. In Deutschland war das fragmentierte rätekommunistische Spektrum der wichtigsteAdressatenkreis. Daneben richtete sich die GIC vor allem an deutsche Wanderarbeiter, »moffen« genannt, die in großen Zahlen als billige Arbeitskräfte in den Niederlanden beschäftigt waren. Fast alle Publikationen der GIC erschienen auch oder sogar zunächst auf Deutsch. Als im Januar 1933 Hitler die Macht übernahm und der organisierte Rätekommunismus im Reich zerschlagen wurde bzw. zusammenbrach, ist es vor allem die GIC, die mit der Zeitschrift Rätekorrespondenz bis 1937 rätekommunistisches Ideengut konspirativ weiterpropagierte. Im Februar 1933 erschien die Gruppe Internationale Kommunisten Hollands sogar als nominelle Herausgeberin im Impressum des von Berliner Rätekommunisten illegal edierten theoretischen Organs Proletarier.

Nicht unerwähnt sollte die Tatsache bleiben, daß auch der vermeintliche oder wirkliche Brandstifter des deutschen Reichstags, Marinus van der Lubbe, seitlings mit der GIC verbunden war. Seine niederländischen Genossen, die allgemein annahmen, daß die Brandstiftung ein authentischer Versuch ist, ein Fanal zu setzen, hießen sie zwar in der Regel nicht gut, denn dafür waren die Folgen allzu katastrophal. Sie bemühten sich aber immerhin, van der Lubbe sowohl gegen den nationalsozialistischen Vorwurf einer Komintern-Agententätigkeit als auch gegen den kommunistischen Vorwurf, er sei ein NaziProvokateur gewesen, zu verteidigen.(25) Van der Lubbes desaströse Tat paßte zwar nicht zur Klostertätigkeit der GIC, dennoch lag seinem Versuch die auch von der GIC geteilte Überzeugung zugrunde, daß eine Revolution an die Tür klopfe, in greifbarer Nähe sei, weil - so dachte man - der Kapitalismus immer stärker von Krisen heimgesucht werde (auch der Faschismus wurde so interpretiert). Diese enorme Zuspitzung der wirtschaftlichen und politischen Krise würde früher oder später, jedoch eher früher als später, eine umfassende Umwälzung der Produktionsverhältnisse nach sich ziehen.

Vor dem Hintergrund von Appels Vorgeschichte als deutscher militanter Linkskommunist, seiner führenden Rolle in der GIC, van der Lubbes Brandstiftung und den Verbindungen zur GIC, ferner der deutschen Orientierung der GIC und der damit zusammenhängenden illegalen Arbeit ab 1933 in Deutschland, verwundert ein Auslieferungsantrag der deutschen Justiz nicht, der im Laufe des Jahres 1933 für den deutschen Staatsangehörigen Appel bei der niederländischen Justiz gestellt wurde. Appel hatte freilich Glück. Er wurde nämlich nicht, wie so viele anderen Emigranten, unverzüglich festgenommen, sondern von dem für die Fremdenpolizei zuständigen Amsterdamer Polizeikommissar Stoet vorgeladen. Anstatt Appel vorübergehend festzunehmen, teilte Stoet ihm lediglich mit, daß seine Abschiebung bevorstehe. Stoet gab Appel jedoch vierzehn Tage, um »seine persönlichen Sachen zu erledigen«.(26) Eine kaum verhüllte Einladung, sich aus dem Staub zu machen. Und genau das tat Appel. Er tauchte unter und legte sich eine neue Identität zu. Jan Vos hieß er fortan, blieb jedoch weiterhin in der GIC aktiv und arbeitete auf Werften und in der Metallindustrie. Die Stellen wurden ihm von Vertrauten im Amsterdamer Arbeitsamt vermittelt.

Als im Mai 1940 deutsche Truppen die Niederlande besetzten, konnte Appel aufgrund seiner langjährigen Erfahrung mit dem Leben jenseits der Legalität - in Deutschland von 1920 bis 1923, in Holland seit 1933 - Genossen und Bekannten helfen, die wegen Widerstandsaktivitäten, ihrer jüdischen Herkunft oder des drohenden »Arbeitseinsatzes« in Deutschland untertauchen mußten. Es ergab sich somit die merkwürdige Situation, daß Appel als Untergetauchter andere Untergetauchte aufnahm, darunter den späteren holländischen Historiker Ben Sijes sowie dessen spätere Ehefrau, die Schriftstellerin Lea Berreklauw, mit ihrem damaligem Mann.(27)

Außerdem war Appel seit 1942 an der Fortsetzung der Marx-LeninLuxemburg-Front (MLLF) beteiligt, die ursprünglich aus der RSP hervorgegangen war.(28) In der RSP war man - wie insgesamt im linkskommunistischen Spektrum - der Ansicht, daß es falsch wäre, als internationalistische Kommunisten mit dem breiten nationalistischen Widerstand bürgerlicher und christlich-konservativer Gruppierungen, die für »Gott, Königin und Vaterland« kämpften, gegen die Nazis bzw. die deutsche Besatzung zusammenzuarbeiten. Statt dessen wurde die Bildung einer »dritten Front« gegen Faschismus und Kapitalismus anvisiert, wobei nicht zuletzt die Überzeugung eine Rolle spielte, daß auch dieser neue Weltkrieg wie der vorige in eine Revolution münden würde. Die MLLF, die zu den ersten niederländischen Widerstandsorganisationen gegen die deutsche Besatzung zählte, verstand sich als Teil dieser »dritten Front«. Ihre Haupttätigkeit bestand in der Herausgabe klandestiner Zeitschriften und Flugblätter. Bezeichnend für den internationalistischen Impetus der MLLF war die Tatsache, daß auch Flugblätter auf Deutsch verbreitet wurden, die die proletarischen Brüder in der deutschen Wehrmacht zum Widerstand aufriefen, während im niederländischen Widerstand insgesamt »die Deutschen« schlechthin als Gegner verstanden wurden.

Im Jahre 1942 gelang es dem deutsch-niederländischen Repressionsapparat, die MLLF größtenteils auszuheben. Ihre Führer verschwanden in KZ oder wurden, wie Sneevliet, hingerichtet. Es folgte eine Neuorganisierung der Front in zwei Richtungen. Zum einen gab es eine pro-sowjetische Nachfolgeorganisation, die sich dem durchaus sehr wirksamen, an Moskau orientierten kommunistischen Widerstand anschloß. Zum anderen erhielten die Überreste der alten MLLF Verstärkung von Seiten der mittlerweile aufgelösten GIC. Es bildete sich eine linkskommunistische Nachfolgeorganisation, deren Haupttätigkeit, wie vordem in der GIC und MLLF, im Bereich der Publizistik lag. Sie nannte sich nach dervon ihr herausgegebenen illegalen Zeitschrift SpartacusGruppe. Die linkskommunistische Seite - auch Jan Appel - hoffte auf eine Stärkung des rätekommunistischen Spektrums, um eine ausschlaggebende Rolle in einer neuen, bei Kriegsende erwarteten revolutionären Arbeiterbewegung spielen zu können.

Als im Jahre 1945 die Niederlande befreit und die nationalsozialistische Gewaltherrschaft von den Alliierten gebrochen wurde, blieb die ersehnte Revolution bekanntlich aus. Die meisten ehemaligen GIC-Mitglieder zogen sich daraufhin bereits 1947 aus der Spartacus-Gruppe zurück. Die Zusammenarbeit mit Kommunisten anderer Orientierung in dieser Situation paßte nicht zum »reinen« Marxismus der Klosterbrüder. Nur Appel blieb zurück. Anton Pannekoek berichtete darüber: »Und da jetzt keine starke Massenbewegung gekommen ist und kein Zufluß jüngerer Arbeiter (daß darauf gerechnet worden war, daß dies nach dem Krieg passieren würde, war gewiß Grundmotiv der GIC zum Zusammenschluß mit Spartacus im letzten Kriegsjahr), ist es für die GIC eigentlich logisch, die alte Rolle wiederaufzunehmen und Spartacus nicht bei der Wiederaufnahme der alten RSP-Rolle zu hindern. [...] Es ist schade, daß Jan [Appel] bei den Spartacus-Leuten geblieben ist. Ich habe früher auch schon mal bemerkt, wie sehr sein Geist und seine Auffassungen von den Erfahrungen in der großen mitteldeutschen Bewegung, die der Höhepunkt seines Lebens waren, beherrscht wurden; dort hat er seine Ansichten über die Technik der Räteorganisation entwickelt. Er war jedoch zu sehr ein Mann der Aktion, um ausschließlich mit Propaganda zufrieden zu sein. Ein Mann der Aktion sein wollen in einer Zeit fehlender Massenbewegung führt leicht zur Formulierung unsauberer und irreführender Aktionsformen für die Zukunft. Vielleicht ist es jedoch trotzdem gut, daß sie bei Spartacus eine gute Kraft behalten.« (29)

Bereits 1948 war Appel allerdings gezwungen, seine Mitarbeit bei Spartacus zu beenden. Nach der Befreiung hatte Appel es unterlassen, wieder in die Legalität zurückzukehren. Er hatte sich dermaßen an das klandestine Leben gewöhnt, daß er keinen Anlaß sah, sich wieder zu legalisieren. »Dann hätte ich wieder Steuern zahlen müssen«, witzelte er in einem späteren Interview.(30) Als er jedoch 1948 durch einen Unfall mit einem Militärfahrzeug schwerverletzt im Krankenhaus landete, stellte sich aufgrund seines Akzents sofort heraus, daß er Deutscher war und dazu noch über keine gültigen Papiere verfügte. Damit war Appel - kurz nach dem Krieg - eine äußerst verdächtige Person. Eine Festnahme folgte, Internierung und Abschiebung drohten. Nochmals kam ihm aber Polizeikommissar Stoet zu Hilfe. Dieser riet ihm, Erklärungen von bekannten Angehörigen aus dem Widerstand zu sammeln, die bezeugen können, daß er weder Nazi war noch kollaboriert hatte. Insgesamt gelang es, 23 Gutachten zusammenzutragen, wie z.B. die folgende Erklärung eines gewissen W. A. Brouwer, Offizier in den Binnenlandsche Strijdkrachten (BS), einer von der niederländischen Exilregierung in London gegründeten Dachorganisation des bewaffneten Widerstandes, die vor allem das Machtvakuum nach der Befreiung aufzufüllen hatte und zugleich den bewaffneten Widerstand in den Griff bekommen und linke Widerstandsgruppen entwaffnen sollte. Dieser Brouwer erklärte: »Unterzeichneter, der ab 1942 in der Widerstandsbewegung gewesen ist und als Abteilungskommandant bei den BS-Truppen unter Nummer 219-50, Sektion 6. Komp., eingeteilt war, kann nichts anderes erklären, als daß genannter Jan Appel sich als aufrichtiger Vaterländer [sic!] und Freund des Untergrunds verhalten hat. Genannter hat sich nie mit Deutschen oder mit NSB-Politik eingelassen [die NSB war die niederländische Nazi-Partei]. Ich selber bin, als wir viel von den Deutschen zu erdulden hatten, einige Monate bei ihm untergetaucht. Genannter hat mich sogar ohne geldliche Zahlung ernährt [Kostgeld war nicht unüblich], über mich gewacht, mir beim Radio-Empfang geholfen usw. usw. Genannter war selber ein schwerer Gegner der Deutschen und hatte auch jüdische Untergetauchte im Haus. Ich kann mir daher auch nicht vorstellen, aus welchen Gründen es für notwendig gehalten wurde, ihn festzunehmen, um so weniger, da ich ihn schon Jahre kenne. Ich hoffe daher auch, auf Ihre menschlichen Gefühle zählen zu können, damit sie veranlassen, daß genannter Jan Appel so bald wie möglich seine berechtigte Freiheit wiedererhalten wird.« (31)

Diese und ähnliche Erklärungen konnten letztendlich die niederländische Säuberungskommission davon überzeugen, daß Appel kein Faschist oder Mitläufer war. Allerdings existierte eine noch aus der Vorkriegszeit stammende umfangreiche Akte der politischen Polizei. Da der Kalte Krieg mittlerweile begonnen hatte, erhielt Appel lediglich eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, die es regelmäßig zu verlängern galt. Zudem wurde sie mit der Auflage verbunden, sich jeglicher politischer Aktivität zu enthalten. Obwohl er seine alten Genossen auch weiterhin traf und sich am Rande an der »zwar esoterische[n], aber kontinuierliche[n] Tradition rätekommunistischer Reflexion« (32) beteiligte(33), endete damit praktisch seine politische Tätigkeit. Erst im Jahre 1969 erhielt Appel eine permanente Aufenthaltsgenehmigung. Am 4. Mai 1985, genau 40 Jahre nach der deutschen Kapitulation, starb er im Alter von 94 Jahren im niederländischen Maastricht.

Man kann die Geschichte Jan Appels als einen besonderen Lebenslauf lesen, von dem es so wohl keinen zweiten gibt, zugleich läßt sich Appels Biographie als Mosaikstein verstehen, der das Gesamtbild des antifaschistischen Exils und Widerstandes komplettieren kann. Allerdings ein Mosaikstein, der in mehrerer Hinsicht schlecht paßt und durch einige Risse gekennzeichnet wird. Als Anregung zu einer Diskussion möchte ich einige dieser inneren und äußeren Diskrepanzen in willkürlicher Reihenfolge andeuten. So gibt es z.B. eine offensichtliche Diskrepanz zwischen einer einerseits politisch vielleicht höchst korrekten, auch in vielerlei Hinsichtwohl zutreffenden Kritik der kontemporären Arbeiterbewegung und linken politischen Landschaft und andererseits dem vollkommen illusorischen Charakter der Konzeptionen der GIC, wenn es um Revolution, Zukunftsgesellschaft und dergleichen mehr geht. Zwar mag es eine sehr wohltuende Zukunftsvision gewesen sein, jedoch ist es auch tragisch zu sehen, durch welche Trugbilder man sich leiten ließ, trotz aller scheinbar wissenschaftlichen Begründung dieser Chimären. Gerade in der linksradikalen Historiographie des Linksradikalismus begegnet man öfter der Tendenz, sich weitgehend mit den politischen Vorstellungen der erforschten Kreise zu identifizieren und immer wieder politische Einschätzungen hervorzuheben, die scheinbar zutreffend waren oder gar noch immer sind (z. B. in Bezug auf den sowjetischen Staatssozialismus). Nicht übersehen sollte man hier, daß die nahe Weltrevolution der Klosterbrüder sich ebensowenig realisiert hat wie der Weltuntergang manch anderer Sekte. Hier gilt es festzuhalten, daß - wie auch aus der Erklärung des eher rechts anzusiedelnden W. A. Brouwer eindeutig hervorgeht - zumindest Appel sich im Krieg keineswegs als Klosterbruder verhielt und manche Ordensregel wohl verletzte.

Aus einer niederländischen Perspektive ist ferner bemerkenswert, daß Appel sich als Deutscher am niederländischen Widerstand beteiligte. Dieser Widerstand war insgesamt nicht primär ein antifaschistischer Widerstand, sondern in erster Linie, um einen anachronistischen Begriff zu gebrauchen, eine nationale Befreiungsbewegung, die sich gegen die deutsche Besatzung, gegen die Deutschen, die »moffen« (ab 1940 Schimpfwort für die Besatzer) und die besonderen Auswüchse der Besatzungspolitik, darunter auch die Judendeportation, wehrte.

Schließlich ist aber wohl der wichtigste Punkt, daß Appels Biographie-wie bereits anfangs angedeutet - ein anderes Verhältnis der radikalen Linken zum Exil andeutet. Nicht erst der Ausnahmezustand des nationalsozialistischen Terrors, sondern bereits die prinzipielle Ablehnung und Bekämpfung des kapitalistischen Normalzustandes implizierte, daß für die linksradikalen »vaterlandslosen Gesellen« das Exil quasi zum revolutionären Alltag gehörte, wobei ihre Vaterlandslosigkeit oder besser: ihr Internationalismus dazu führte, daß man sich eben dort engagierte, wo man war, ob nun in Spanien, als dort das faschistische Militär putschte, oder in den Niederlanden, als dort die »braune Pest« grassierte, wonach dann jedenfalls Appel die zweifelhafte Ehre zuteil wurde, als »aufrichtiger Vaterländer« zu gelten, allem Internationalismus zum Trotz.

_____________________________

1. Der vorliegende Text ist eine annotierte Fassung meines Vortrags am 24. Mai 1997 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Das Manuskript dieses Redebeitrags basiert weitgehend auf Forschungsarbeiten aus den Jahren 1989-1990. Neuere Literatur bleibt daher größtenteils unberücksichtigt.

2. Vgl. Hans Manfred Bock: Syndikalismus und Linkskommunismus von 1918 bis 1923. Ein Beitrag zur Sozial- und Ideengeschichte der frühen Weimarer Republik, Darmstadt, aktualisierte und mit einem Nachwort versehene Neuausgabe 1993; ders.: Geschichte des »linken Radikalismus« in Deutschland. Ein Versuch. Frankfurt am Main 1976 (edition suhrkamp, 645).

3. Vgl. den Beitrag von Dieter Nelles in diesem Band; siehe auch ders.: Das abenteuerliche Leben des Hermann Knüfken. Ein demokratischer Revolutionär, in: ÖTV-Report Seefahrt, Nr. 3 (1996), S. 13ff.

4. Hermann Knüfken: Erinnerungen, Ms. (Kopie im Besitz des Verf).

5. Vgl. Walter Fähnders: Zwischen ästhetischer und politischer Avantgarde. Franz Jung und seine »Reise(n) in Rußland«, in: Deutschland und die Russische Revolution 1917-1924, hg. von Gerd Koenen und Lew Kopelew, München 1998, S. 442f.

6. Das geht aus einem späteren Telegramm von Litwinow hervor, in dem er - nach Jungs Verhaftung in den Niederlanden - die Rückführung des russischen Staatsbürgers »Francois Young« fordert und die niederländische Regierung mahnt, ihn nicht an ein Drittland (Deutschland) auszuliefern. Vgl. die Abschrift in der Akte Jung im Geheim Archief van her Ministerie van Justitie, in: Algemeen Rijksarchief, Den Haag (ARA), 16489, Bl. 345. Dieses Konvolut wird im folgenden bezeichnet als: Akte Jung (ARA).

7. So wird die Schiffsentführung auch in der Zeitung der niederländischen Kommunistischen Partei, De Tribune, verzeichnet. Vgl. Duitschland. De »Senator Schröder«, in: De Tribune, Nr. 199 v. 29. Mai 1920.

8. Die biographischen Daten in diesem Abschnitt zu Franz Jung entstammen der Akte Jung (ARA) sowie Franz Jung: Der Weg nach unten. Aufzeichnungen aus einer großen Zeit, Hamburg 1985; Fritz Mierau: Leben und Schriften des Franz Jung, Hamburg 1980; Cläre Jung: Paradiesvögel. Erinnerungen, Hamburg 1988. Eine ausführlichere Darstellung dieser Episode bei Hubert van den Berg: »Dichter en muiterkapitein«. Her gedwongen oponthoud van Franz Jung in Nederland, in: Her Oog in `t Zeil, 7 (1990), H. 5/6, S. 41ff.

9. Vgl. die Indices des Geheim Archief van her Ministerie van Justitie 1920-1923 unter Buchstabe F (Bolschewismus), in: ARA.

10. Vgl. Akte Jung (ARA).

11. Vgl. Geheim Archief van her Ministerie van Justitie, in: ARA, 16489, Bl. 307.

12. Zu Jungs Aufenthalt in Rußland vgl. Fähnders, passim, und Franz Jung: Nach Rußland! Schriften zur russischen Revolution. Werke, Bd. 5, Hamburg 1991.

13. Diese und folgende biographischen Angaben zu Jan Appel entstammen weitgehend einem Interview des Journalisten Jan Halkes (Utrecht) im Jahre 1982 mit Jan Appel und seiner Ehefrau Lea Appel-Berreklauw. Jan Halkes möchte ich an dieser Stelle dafür danken, daß er mir Einsicht in das unveröffentlichte Transkript gewährt hat.

14. Bock: Geschichte, S. 114.

15. Auf deutsch in etwa: Nationale oder Landesweite Arbeiteropposition, nach ihrem Organ auch Spartacus-Gruppe genannt. Vgl. zu KAPN und LAO: Rood Rotterdam in de jaren dertig. Rotterdam 1984; Herman de Liagre Böhl: Herman Gorter en Lenin, in: Acht over Gorter, hg. von Garmt Stuiveling, Amsterdam 1978, S. 333ff.

16. Vgl. Horst Karasek: Der Brandstifter. Lehr- und Wanderjahre des Maurergesellen Marinus van der Lubbe, der 1933 auszog, um den Reichstag anzuzünden, Berlin 1980.

17. Auch mit dem deutschen Namen Gruppe Internationale Kommunisten (GIK) - vgl. Gruppe Internationale Kommunisten Hollands, hg. von Gottfried Mergner, Reinbek 1971. - Zum holländischen Rätekommunismus vgl. auch Philippe Bourrinet: Holländischer Rätekommunismus. Von den »Groepen van Internationale Communisten« zum »Spartacusbond«, in: AGWA, Nr. 13 (1994), S. 9ff.

18. Zit. nach Mergner, S. 11.

19. Vgl. Cajo Brendel: Die »Gruppe Internationale Kommunisten« in Holland. Persönliche Erinnerungen aus den Jahren 1934-1939, in: Jahrbuch Arbeiterbewegung, Bd. 2 (1974), hg. von Claudio Pozzoli, S. 255.

20. Ebd., S. 253.

21. Aus der »Zielsetzung„ der GIC zit. nach Mergner, S. 10.

22. Brendel, S. 259f.

23. In der ursprünglichen Rechtschreibung in der »Zielsetzung« der GIC zit. nach Mergner, S. 10.

24. Vgl. Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung; hg. von der Gruppe Internationaler Kommunisten (Holland), Berlin 1930, S. 3; Mergner, S. 212; Interview von Wolfgang Abendroth mit Jan Appel (1966), in: Jan Appel (Max Hempel, Jan Arndt, Jan Vos): Een strijdbaar leven voor her kommunisme van de arbeidersraden, weergegeven in documenten, Leiden 1985, S. 11.

25. Vgl. Age van Agen: Marinus van der Lubbe. Proletarier of provocateur?, Amsterdam o.j. [Reprint: Amsterdam 1969]; Roodboek. Van der Lubbe en de Rijksdagbrand, Amsterdam 1933 [dt. Ausgabe: Rotbuch. Marinus van der Lubbe und der Reichstagsbrand, Hamburg 1983].

26. Appel im Interview mit Abendroth, zit. nach Appel, S. 15.

27. Vgl. Richter Roegholt: Ben Sijes. Een biografie, Den Haag 1988, S. 79.

28. Vgl. zur RSP: Menno Eekman / Herman Pieterson: Linkssocialisme tussen de wereldoorlogen, Amsterdam 1987; zur MLLF und ihren Nachfolgeorganisationen: Wim Bot: Tegen fascisme, kapitalisme en oorlog. Her Marx-Lenin-Luxemburg Frontjuli 1940-april 1942, Amsterdam 1983; ders.: Generaals zonder troepen. Her Comité Revolutionaire Marxisten zomer 1942-mei 1945, Amsterdam 1986.

29. Anton Pannekoek an Bruun van Albada, 22. September 1947, in: Appel, S. 33ff.

30. Zit. nach Jan Halkes: Jan Appel. Her leven van een radenkommunist, Leiden 1986, S. 13.

31. Zit nach ebd., ohne Paginierung.

32. Bock: Geschichte, S. 148.

33. IKS: Jan Appel. Een revolutionair overleed, in: Wereldrevolutie, Nr. 27 (1985), S. 25.

 


Originally from
Anarchisten gegen Hitler. Anarchisten, Anarcho-Syndikalisten, Rätekommunisten in Widerstand und Exil  -  Lukas Verlag 2001

The Council Communist Archive
www.kurasje.org